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Ostasiatische Raumausstattungen in Schloss Schönbrunn
Asian Interior Decoration in Schönbrunn Palace

Die ostasiatischen Raumausstattungen in Schönbrunn sind in ihrer Geschlossenheit und Materialvielfalt weltweit bedeutendste Zeugnisse für die Asienvorlieben der europäischen Aristokratie in Barock und Rokoko sowie für die daraus resultierende Prägung der fürstlichen Wohnkultur Europas in dieser Zeit. In den beiden Chinesischen Kabinetten – dem Oval- und dem Rundkabinett – finden sich insgesamt 252 Keramikobjekte, hauptsächlich Porzellane, wie Vasen, Behälter und Figuren, chinesischer, japanischer und europäischer Herkunft. Sie stehen auf Konsolen, welche aus den vergoldeten Rahmen der Lacktafeln an den Wänden hervortreten. Für die Ausstattung des Porzellanzimmers dienen 212 Zeichnungen (Aquarelle), welche gerahmt und verglast an der Wand angebracht sind.

Der Sammlungsschwerpunkt der Ausstattung in Schönbrunn – so auch der Materialschwerpunkt in diesem Projekt – liegt in den Bereichen Keramik/Porzellan, Lack-Arbeiten und Aquarelle. Aufbauend auf vorhandenen kunst- und kulturgeschichtlichen Forschungsergebnissen werden die Forschungsfelder der Konservierungswissenschaften, Geistes- und Naturwissenschaften miteinander verbunden und der Sammlungsbestand der Asiatika in Schönbrunn transdisziplinär untersucht.

Im Fokus des Forschungsprojektes stehen die verwendeten Materialien, die jeweilige Herstellungstechnologie und Objektgeschichte. So können kunst- und kulturhistorische Thesen zu v. a. Datierung und Provenienz gestützt, ergänzt oder korrigiert werden. An vorderster Stelle steht im Schönbrunner Sammlungskontext die Frage nach der Provenienz und der frühen Objektgeschichte, im Bereich der Porzellane und Lacke handelt es sich um ein Konglomerat von asiatischen Originalen, europäischer Sekundärgestaltung und gänzlich europäischer Produktion.

Daran schließt die Aufbereitung der Restauriergeschichte an: welche Eingriffe wurden zur Erhaltung der Objekte im Laufe der Jahrhunderte durchgeführt und welche Eingriffe werden heute als zielführend erachtet. So werden Konservierungskonzepte ausgearbeitet, wobei die Montage der Porzellane und der Aquarelle im Porzellankabinett fokussiert wird – sowohl die Frage nach neuen innovativen Montagestrategien und der Optimierung der Ausstellungsmodalitäten als auch nach der historischen beziehungsweise ursprünglichen Montage und der historischen Handhabe werden gestellt.

Die Kooperation der Universität für angewandte Kunst Wien mit dem Museum für angewandte Kunst, mit der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. und mit dem japanischen Ausbildungs- und Forschungszentrum National Research Institute of Cultural Properties, Tokyo sowie mit externen SpezialistInnen und reger Austausch mit der nationalen und internationalen Residenzenforschung ermöglicht umfassende Grundlagenforschung von international richtungsweisender Bedeutung. Das Projekt ist an einer zentralen Schlüsselstelle der gemeinsamen Forschungsleistung von Konservierungswissenschaft, Materialwissenschaft, Technologie sowie Kunst- und Kulturgeschichte angesiedelt.

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for Cultural Properties Tokyo